Am 1. September 2010 beginnt unsere Reise nach Kroatien: Wir fahren auf der Tauernautobahn über Slowenien nach Opatija (früher Abbazia), wo wir die erste Station machen. Man spürt das Flair aus der Zeit der Donaumonarchie, wir sehen Palmen und üppige Vegetation. Weiterfahrt durch Rijeka auf der Magistrale (Jadranska Magistrala), der kurvenreichen Küstenstraße mit wunderbaren Ausblicken auf das Meer. Wir kommen an der Insel Krk vorbei, dahinter sehen wir Cres. Nachmittags erreichen wir Senj, älteste Stadt des kroatischen Küstengebietes, wo wir übernachten. Die alte Festung Nehaj sehen wir oberhalb der Stadt.
Am nächsten Tag fahren wir weiter auf der Magistrale entlang des Velebitgebirges und machen eine Kaffeepause in Seline (dort war Vladimir in seiner Jugend im Sommer am Meer). Zadar erreichen wir gegen 16 Uhr und finden das einzige in der Altstadt gelegene Hotel, das Hotel Bastion. Die Stadt liegt auf einer schmalen Landzunge am adriatischen Meer und am Kanal von Zadar. Spaziergang in der Altstadt mit der wunderschönen Marmor-Pflasterung, sehr viel Betrieb, schöne Lokale, Verkaufsstände mit gekochten Mais, viele Schiffe, eine Brücke führt von der Altstadt zu den anderen Vierteln. Wir gehen durch ein altes Stadttor, genannt Landtor oder Porta Terraferma, das einen Markuslöwen über dem Eingang zeigt. Gegen Abend setzen wir über den Kanal zum Hotel über in einem kleinen Ruderboot, das ein Mann - im Stehen wie ein Gondoliere - rudert. Schon sein Großvater hat diesen Beruf ausgeübt. Abends essen wir in der Altstadt gegrillte Fische (Dorada und Branzino). Am Ufer finden wir ein Lokal für die Jugend mit Namen „The Garden“. Hier liegen weiße Schaumstoffmatratzen auf dem Boden und man kann sich drauflegen. Laute Musik und ein Achtel vom besten kroatischen Wein dieser Reise!
Weiter geht es, an fibenik vorbei. Wir machen kurz eine Pause in Primogten, an einem großen Campingplatz mit hässlichen Freizeitanlagen, Verkaufsbuden, Restaurants und Wohnwägen. Zum Baden ist es zu kühl.
Gegen Mittag erreichen wir die Inselstadt Trogir, einen großen Yachthafen. Die Altstadt liegt auf der Hauptinsel, die durch einen Kanal mit dem Festland verbunden ist. Wir gehen entlang der Hafen-Promenade, die mit Palmen bepflanzt ist, dann durch die Altstadt mit vielen kleinen Gassen. Man glaubt sich nach Venedig versetzt. Wir zählen vier Campanile. Am Hafen sitzen wir in einem Café, wo ich eine junge schwarze Katze mit Pizza füttere. Elegantes Publikum, viele Italiener. Man sieht laufend Flugzeuge über Trogir fliegen, die am nahe gelegenen Flughafen Split-Kaštela landen.
Nach einer halben Stunde Fahrzeit kommen wir in der Hafenstadt Split an. Wir begeben uns auf Hotelsuche, was sich wegen des Wochenendes als schwierig erweist. Ein freundlicher Hotelportier telefoniert herum und endlich haben wir eine Appartement-Adresse. Auf dem Weg dorthin müssen wir einmal bei einer Kreuzung anhalten. Da hält eine ältere Frau ein handgeschriebenes Plakat beim Autofenster herein, darauf steht: Rooms, Zimmer, Soba. Somit haben wir ein sehr billiges, bequemes Privatzimmer gefunden, das noch dazu ziemlich zentral liegt (5 Minuten Gehzeit vom Zentrum entfernt). Das Auto wird vor dem Haus geparkt.
Wir spazieren ins Zentrum durch den Diokletianpalast. Dieser ist ein antiker Baukomplex, der als Alterssitz für den römischen Kaiser Diokletian (245 – 313) errichtet wurde. Er bildet die Innenstadt von Split und wurde nach der Römerzeit zu einer bewohnten Festung umgewandelt. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die ursprüngliche Architektur geändert, doch die Einwohner der Stadt, die später Spalato, dann Split genannt wurde, wussten die Struktur des Palastes unter der byzantinischen, venezianischen und österreichisch-ungarischen Herrschaft zu nutzen. Heute finden wir hier neben den antiken Räumen viele Gassen, Häuser, Museen, Geschäfte und Lokalitäten. Der Zugang ist über vier Stadttore möglich, nämlich das Eiserne, das Goldene, das Silberne und das Bronzene Tor. Wenn man den Diokletianpalast hindurchgeht, steht am Nordausgang die acht Meter hohe Bronzestatue des Bischofs Grgur Ninski oder Gregor von Nin, Arbeit des berühmtesten kroatischen Bildhauers Ivan Meštrovi (1883 – 1962). Nach der Legende erfährt man Glück und Gesundheit, wenn man bronzenen Fuß der Statue berührt, der schon ganz blank poliert ist.
Wir gehen durch den Palast hinaus auf die breite, mit en Palmen bepflanzte Strandpromenade, genannt „Riva“. Von einem an der Palastfassade gelegenen Café kann man das Getriebe der Menschen beobachten. Es ist viel Leben in dieser Stadt und man hört „echt-dalmatinische“ Musik auf den Straßen. Es ist noch ziemlich warm. Im Hafen liegen die großen Fährschiffe, die zu den Inseln Braè, Hvar, Korèula und anderen fahren. Am Abend essen wir in einem kleinen Restaurant in der Altstadt. Dort gibt es eine junge Katze mit einem Ohr. Das zweite hat ihr – wie uns der Kellner erklärt – ein Hund abgebissen. Wir übernachten in unserem Privatzimmer, das unglaublich billig ist: eine Nacht 50,- Euro (mit Frühstück).
Vormittags spazieren wir noch einmal über die Riva und sehen den Touristen zu, wie sie in Gruppen aus Autobussen aussteigen und die großen Fährschiffe zu den verschiedenen Inseln besteigen. Mittags fahren wir nach Süden entlang der Küste weiter, sehen einige häßliche Riesenhotels, darunter das Hotel Le Meridien (Luxusklasse, vollständig aus Beton gebaut) und finden in Podstrana, 20 km südlich von Split, ein Appartement bei einer sehr freundlichen Dame. Da Nachsaison ist, haben wir ein ganzes Haus mit Terrasse und Küche für uns allein. Der Strand (eine Bucht mit Kies) ist gleich durch die Gartentür zu erreichen und fast ganz leer. Das Meer ist angenehm warm. Wir ruhen uns zwei Tage aus: Baden und Strandspaziergänge. Einmal erreichen wir einen Yachthafen mit zahlreichen Motorbooten und Yachten, die sicherlich den neureichen Kriegsgewinnern gehören.
Nach zwei Übernachtungen gehts zurück Richtung Norden. Wir verlassen die Küste, erreichen die Autobahn, die über das Gebirge führt und biegen bei Skradin ab zum Krka Nationalpark. Dieser Nationalpark umfasst den ca. 45 km langen Flussabschnitt der Krka (ein Karstfluss) zwischen Knin und Skradin mit vielen Wasserfällen, Wanderwegen und besonderer Flora und Fauna. Wir fahren um den kleinen See herum und machen Station in einem Café. Es sind viele Wanderer unterwegs und Leute, die sich Mountainbikes ausleihen. Leider haben wir nicht länger Zeit. Zurück zur Autobahn, wo wir in ein starkes Gewitter mit Regenschauern kommen. Das Velebit-Gebirge wird schroffer und höher und erinnert an die Dolomiten. Wir fahren durch den Tunnel Sveti Rok (Tunnel des Hl. Rochus), der 5,7 km lang ist, ein Doppeltunnel, dessen Sicherheitssystem zu den modernsten Europas gehört. Er ist sehr breit und wir fühlen uns durch die bunte Beleuchtung und die vielen Ausweichstellen sicher.
Nach einigen Stunden fahren wir von der Autobahn ab Richtung Plitvièka Jezera Nationalpark (Plitvicer Seen). Es regnet jetzt stärker und außerdem ist es ziemlich kalt geworden. Am Straßenrand steht eine Frau, der wir einen großen Laib geräucherten Käs aus der Gegend abkaufen. Da es schon spät ist und Nebel einfällt, beschließen wir, die Plitvicer Seen erst morgen zu besuchen. Wir passieren die kroatisch-bosnische Grenze und erreichen die Stadt Bihaæ an der Una. Gleich nach der Grenze sehen wir das erste Minarett – wir sind in Bosnien. Im Hotel Opal (Viersternhotel) finden wir ein Zimmer mit schöner Aussicht auf die Una, einen breiten Fluss mit spektakulären Wasserfällen (die Einheimischen nennen die Wasserfälle „Schwedisches Tischtuch“).
Abends machen wir einen Spaziergang durch die Stadt. Bihaæ ist eine Universitätsstadt, hat eine Altstadt, mehrere Moscheen und einige christliche Kirchen. An manchen Häusern sieht man Einschusslöcher von Granaten aus dem Jugoslawienkrieg. Wir gehen über den Hauptplatz mit einer Moschee, nicht weit davon steht eine katholische Kirche, die gerade renoviert wird. Eine Einheimische empfiehlt uns ein Lokal namens „Gurman“. Es ist dies ein altes Gewölbe mit Wänden, auf denen man viele Schwarzweißfotos aus der Vergangenheit des Lokals sieht. Dort treffen wir die Besitzerin und zugleich Köchin, eine muselmanische Bosnierin namens Serina Leliæ, die uns eine wunderbare Mahlzeit vorsetzt: eine Gemüsesuppe, die sie Èorba (auch Ciorba oder Chorba) nennt und dann gebratene Hühnerleber. Sie erzählt Vladimir, dass ihr kürzlich verstorbener Mann fünfzehn Jahre lang Koch bei Tito gewesen ist. Er hat danach dieses Lokal in Bihaæ aufgemacht und es bis zu seinem Tod sehr erfolgreich geführt. Sie waren beide oft im Ausland (Frankreich, Österreich, Italien) als Köche eingeladen und haben auch ein Kochbuch geschrieben. Frau Leliæ ist äußerst freundlich und erzählt Vladimir viele Details aus dem vergangenen Krieg. Wir versprechen, am nächsten Tag nach der Besichtigung der Plitvicer Seen nochmals vorbeizukommen.
Nach dem Abendessen gehen wir an der Moschee vorbei und hören den Gesang des Muezzins herausschallen. Es ist dies kein echter Muezzin, denn der Gesang kommt vom Tonband. Wir schauen kurz vorsichtig hinein und sehen eine Menge Männer beten und sich verneigen. In der hinteren Ecke sitzen auch fünf Frauen auf dem Boden. Sie sind nun auch in den Moscheen zugelassen.
Beim Frühstück im Hotel Opal herrscht im großen Frühstücksraum eine eigenartige Atmosphäre. Drei plaudernde Kellner hängen herum, grüßen zwar freundlich, aber kümmern sich nicht weiter um uns. Da betritt ein jüngerer Mann im eleganten Anzug und mit Sonnenbrillen den Raum. Er schaut aus wie ein Mafioso. Er nimmt Platz und alle drei Kellner schwänzeln devot um ihn herum und bedienen ihn.
Nun geht es wieder zurück über die Grenze zu den Plitvicer Seen. Auf dem Weg dorthin sehen wir auf der Straße einen jungen schwarzen Hund liegen. Wir steigen aus, ich hebe ihn auf und trage ihn weg von der Straße auf die Wiese. Kurz drauf entdecken wir noch zwei Welpen, alle halb verhungert, und ein toter liegt im Gebüsch. Er ist schon von Fliegen bedeckt. Offensichtlich wurden sie ausgesetzt. Wir füttern die Hunde, die gierig Brot und Schinken fressen, müssen sie aber leider ihrem Schicksal überlassen, was uns sehr bedrückt. Entweder werden sie überfahren, oder – was wahrscheinlicher ist - sie werden verhungern.
Nun erreichen wir das Gebiet des Nationalparks Plitvièka Jezera, der größte unter den acht Nationalparks Kroatien (300 Quadratkilometer) Dieses vollständig erschlossene touristische Gebiet (Weltkulturerbe) ist ein einzigartiges Naturphänomen im Karst mit herrlichen Wasserfällen und Kaskaden, vielen Seen, einem Urwald und schmalen Wanderwegen. Leider sind Massen von Menschen unterwegs, die aus großen Reisebussen ausgestiegen sind und geführte Besichtigungstouren machen. Vladimir überredet einen jungen Mann bei der Kassa, uns gratis für fünf Minuten zu einem Aussichtspunkt hineinzulassen und dann wir haben einen atemberaubenden Blick über einen Teil der Wasserfälle und Schluchten.
Zurück bei Frau Leliæ in Bihaæ essen wir nochmals Èorba und dann Moussaka. Zum Abschied schenkt sie Vladimir einen Porzellanteller, mir einen roten Schal und ein auf bosnische Art besticktes Tischtuch. Sie beschreibt uns den Weg nach Jasenovac. Es ist mein Wunsch, das Gelände dieses ehemaligen Konzentrationslagers zu besuchen. Wir fahren auf einer schmalen Landstraße Richtung Nordwesten entlang der Schluchten der Una - eine aufregende Fahrt wegen der vielen engen Kurven. Die Landschaft ist schön und wild und wir kommen durch viele kleine Ortschaften und Dörfer. Es ist dies das muselmanische Bosnien: verbrannte Häuser der Serben, unbewohnbar gemacht, damit diese nicht mehr zurückkehren können. Nun fahren wir durch die Republika Srpska. An der serbisch-kroatischen Grenzstation fragt uns der Grenzpolizist, wo wir in Bosnien übernachtet haben und ob wir eine Bestätigung des Hotels mitführen. Da dies nicht der Fall ist, kassiert er von uns (nicht ganz legal) 10 Euro. Vorher hat er Vladimir ein Kompliment gemacht, wie gut dieser seine („unsere“) Sprache spricht. Ohne dieses „Lösegeld“ hätten wir zur Polizei fahren und dort gewisse Formalitäten erledigen müssen, was sicher eine Stunde Verzögerung bedeutet hätte.
Über eine Landstraße erreichen wir nach einigen Stunden die Kleinstadt Sisak. Wir übernachten in einem riesigen Hotelkasten namens Panonija, der noch aus der kommunistischen Zeit zu stammen scheint. Das Zimmer ist groß und komfortabel. Die dreieckige Festung (Starigrad) können wir leider nicht anschauen, weil es schon dunkel ist.
Am nächsten Tag brechen wir bei leichtem Regen auf. Es ist schwierig, die Ausfahrt zur Autobahn zu finden, aber endlich gelingt dies bei sehr starkem Verkehr. Mittags erreichen wir Zagreb. Vladimir hat im Hotel Dubrovnik in der Altstadt ein Zimmer reserviert (unsere einzige Reservierung in Kroatien). Er führt mich durch die Stadt, in der er aufgewachsen ist und wo er bis zu seinem 19. Lebensjahr gelebt hat. Zagreb macht einen großstädtischen Eindruck. Die Straßenbahnen und Busse sind blau und ganz modern. Zufällig treffen wir vor dem Hotel einen guten Freund von Vladimir. Wir spazieren über den Gemüsemarkt und den Blumenmarkt zum Fischmarkt. Es gibt Fische und Meeresfrüchte im Überfluss. Aus der Unterstadt Kaptol (Dolnji Grad) fahren wir mit einer Drahtseilbahn in die Oberstadt Griè (Gornji Grad). Dort befindet sich das Regierungsviertel. Wir sehen die Markuskirche mit einem Dachziegelbild in Form von zwei Wappen. Nahe davon ist das Kroatische Museum für Naive Kunst, wo wir eine Dauerausstellung des international bekannten „naiven“ Malers Ivan Generaliæ (1914 – 1992) sehen, dem Begründer der Schule der Naiven Kunst von Hlebine, die sich hauptsächlich mit Hinterglasmalerei beschäftigt und deren bedeutendster Vertreter er war. Das Museum besitzt ein Bild von Maria de Posz und eines von Vladimir. Wir finden ein dalmatinisches Restaurant, wo wir gegrillte Lammkoteletts bekommen. In Dalmatien konnten wir in keinem Restaurant Lammfleisch finden.
Nach dem Essen betreten wir das gegenüberliegende Haus des Bildhauers Ivan Meštroviæ (siehe oben Figur in Split). Das Haus ist in ein Museum umgewandelt und umfasst auch sein Atelier. Seine Plastiken erinnern an Rodin, den er gekannt hat. Meštroviæ ist im Jahr 1947 nach USA ausgewandert und dort später gestorben. Sehr beeindruckend ist dieses Altstadthaus mit den großen Räumen und dem Garten, wo zahlreiche Skulpturen aufgestellt sind. Auf dem Rückweg in die Unterstadt gehen wir durch das „Steinerne Tor“ (Kamenita Vrata). In diesem alten Stadttor befindet sich ein Marienbild, das eine große Feuersbrunst im Jahr 1731 unbeschädigt überstanden hat, und eine Kapelle – ein besonderer Ort für die Zagreber und auch für die Touristen, wo man eine Kerze anzünden kann. Danach betreten wir die imposante Zagreber Kathedrale. Sie ist voll mit Menschen, die gerade einer feierlichen Messe mit Gesang beiwohnen.
Wegen eines Platzregens kaufen wir zwei Knirpse im Kaufhaus „Konzum“. Danach zeigt mir Vladimir das Kaffeehaus K & K = Knjiga (das Buch) & Kafe (Kaffee), gegründet vom Schriftsteller Milæec. Es schaut aus wie ein Café zu Monarchie-Zeiten. Am Abend sehen wir von außen das Kroatische Nationaltheater. Es wurde wie das Salzburger Landestheater von Fellner & Helmer erbaut, ist aber um einiges größer und wurde vor mehr als hundert Jahren von Kaiser Franz Josef eröffnet.
Da Vladimir aus früheren Zeiten noch einige Jetons hat, will er in das nahe gelegene Hotel Esplanade gehen, wo das Casino sein soll. Es stellt sich heraus, dass dieses Luxushotel jetzt “The Regent Esplanade“ heißt und kein Casino mehr dort ist. Wir setzen uns an die Bar, bewundern das luxuriöse Ambiente und besonders den „Smaragd-Ballsaal“.
Wir übernachten im Hotel Dubrovnik mit Blick auf den Ban-Jelaèiæ-Platz, einen wichtigen Treffpunkt der Zagreber. Auffallend sind die hohen, kugelförmigen Beleuchtungskörper, die den Platz umrahmen. Hier befindet sich die große Reiterstatue des Ban Josip Jelaèiæ, kaiserlicher Loyalist und führend an der Niederschlagung der Revolution von 1848 beteiligt. Demonstrativ zeigte der Säbel des Feldherrn gegen Budapest. Die Statue wurde von der damaligen kommunistischen Regierung Jugoslawiens entfernt. Im Jahr 1990 wurde die Statue wieder aufgestellt, aber die Richtung geändert: der Säbel zeigt nun Richtung Knin.
Am nächsten Vormittag treffen wir eine Dame vom Museum für Naive Kunst, die während des Krieges eine Ausstellung von Vladimirs Bildern gemacht hat, trinken mit ihr Kaffee und brechen danach auf. Das Wetter ist wieder schön geworden. Wir verlassen die Autobahn nach zwei Stunden. Auf einer kurvigen Landstraße fahren wir durch fruchtbares Hügelland (Obstbäume, Kürbisfelder, Maisfelder, Weingärten) nach Vara‘din, eine Barockstadt mit großen Plätzen und schönen alten Häusern. Die Stadt macht einen sehr gepflegten Eindruck. Auffallend sind die vielen jungen Leute, die in den Cafés sitzen. Wir sehen die Statue des Bischofs Gregor von Nin, eine Kopie des Meštroviæ-Denkmals in Split. Dann finden wir ein kleines Restaurant und essen dort sehr gut: Steinpilzsuppe, Spaghetti mit Pesto, Lasagne.
Wir fahren über Slowenien auf der Autobahn nach Hause und sind am 9. September um
21 Uhr in Salzburg. Eine interessante und schöne Reise ist zu Ende.
Gerda Kuhn

|